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Die Woche(n) titelte heise:

 heise.de - Verbraucherschützer rügen Servicemängel bei Telekommunikationsanbietern

sowie

 heise.de - Umgangston zwischen Kunden und Service wird rauer

und ja, da gibt es kausale zusammenhänge!

 

 tl;dr

Wer unterbezahlte, Billiglohn Mitarbeiter zukauft um den Kundenservice 24h/7 zu "erledigen" braucht sich darüber nicht wundern.

Bezahlt die Menschen ordentlich, dann wertschätzen Sie auch Ihre Arbeit und tragen diese Wertschätzung auch sicher wieder an den Kunden!

Aussagen wie "Ich bin nicht von Vodafone, ich arbeite nur für die" sind das letzte was ich von einem Service-Telefon erwarte!

Aber es gilt wie immer: natürlich gibt es auch Arschlöcher bei den Kunden.

 

Ich möchte mal eine kleine Bresche für jene Kunden schlagen, die sich nicht in dem 5% Quantil der Arschlöcher befinden sondern sich einfach - zu recht - aufregen.

Kein shit ... Pöbel, persönlich beleidigen, Sicherheitskräfte und Zugbegleitpersonal anzugehen ist unterste Schiene... da brauchen wir nicht drüber zu diskutieren.
Und ja: man greife sich an die eigene Nase: das (pseudo / anonyme) Schreiben ist leichtgängiger, wer sich aber auch nicht traut das mit seinem realen Namen zu unterschreiben ist ein Feigling.

Die Kritik als Kunde muss man sich dann auch zu recht gefallen lassen, wenn man selbst mal über das Ziel hinaus geschossen ist. Das Medium Internet ist "impulsiver", die Medienkompetenz - ja genau die nichtexistente - ... und dann sind da auch noch die Trolle und Hetzer die sich einen "Spaß" machen aufzustacheln... Macht die Diskussion leider nicht zielführender.

 

Moneyquotes

Call-Center-Betreiber wie Karsten Schievelbusch von der Trend GmbH in Wuppertal sehen dieses Problem: Zwar betreibe auch er großen Aufwand, um Personal zu schulen. Dennoch würden die Mitarbeiter in einigen Fällen derart übel beschimpft, dass die Gespräche abgebrochen werden müssten. "Kein Mitarbeiter in unserem Hause muss sich wegen irgendeines Sachverhaltes als Dummkopf oder Arschloch von Anrufern titulieren lassen", sagt Schievelbusch.

 

Das Problem sei, dass viele Kunden ein falsches Bild ihrer eigenen Positionen hätten.

 

nun, mag sein das manche Kunden dieses Bild haben, aber warum? Irreführende Werbung, Versprechen ohne rechtliche Zusicherung ... das Bild des "verzogenen Kunden" ist mir hier doch recht "schwarz-weiß".
Auch als Kunde möchte ich schließlich eine gewisse "Wertschätzung" erfahren. Ich trete einen Teil meines Lohnes ab, um eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. Von meinem Dienstleister erwarte ich dafür dann auch die Gegenleistung im versprochenen Umfang.

So verhalte ich mich auch gegenüber meinen Kunden, ich weiß: Sie bezahlen (indirekt) mich, also kann ich Ihnen auch den Respekt entgegenbringen den Sie verdienen.

Aber was passiert? Servicekräfte sind meist "unterbezahlte minijobber". Bekommen Zeit- und Arbeitsdruck. Werden allein gelassen. Als Kunde ist das die erste und letzte "persönliche" Anlaufstelle. Da reicht dann schon der kleinste Funke genervtheit und unfreundlichkeit und die Lage "eskaliert". Aber hier gebe ich mehr den Billig-Callcenter Firmen die Schuld, die so unverantwortungslos und unsozial mit der "Ressource Mensch" umgehen.

Wenn ich von einem Dienstleister Aussagen bekomme wie "Ich bin nicht von Vodafone, ich arbeite nur für die" und "da kann ich Ihnen nun nicht helfen, sie können ja kündigen", ist das das letzte was ich hören möchte wenn ich ein vermeintlich "kleines" Problem habe!

Wer mit Ängsten und Sorgen spielt, braucht sich über menschliche wenn auch inkorrekte Verhaltensweisen nicht wundern. Das gilt für beide Seiten.

 

Edit:

Und es könnte nicht besser in dieser Zeit passen das zu lesen:

 heise.de - Linus Torvalds explodiert: "Manche Sicherheitsleute sind verfickte Idioten"

Jetzt hat Torvalds auf der öffentlichen Entwickler-Mailingliste des Kernels manche Sicherheitsforscher als "verfickte Idioten" bezeichnet.

"großartig" ist die abgedruckte vemeintlich "harmlose" Reaktion

Obwohl Graham die Sprachwahl des Kernel-Chefs nicht verteidigt, könne er verstehen, warum dieser so denke. "Sicherheitsleute sind oft scheinheilige Bastarde mit festgefahrenen Denkstrukturen", ergänzt Graham.

 

jo ... klasse ... so weit sind wir also: nun ist das eine Schimpfwort weniger schlimm als das andere?! arme Welt

So lange Verlage wie heise sowas aber auch einfach abdrucken, muss dem 5% Vollidiot-Quantil doch das Herz auf- und der Verstand abgehen: alles halb so wild, kann man ja alles sagen. ;(

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