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nachdem ich zu Teil 1 und Teil 2 der iSAQB Schulung - die ich letzte Woche besuchte - ja bereits zeitnah geschrieben habe, nun auch ein Resumé der letzten beiden Tage und die Prüfung.

Es gibt aber auch einen Grund dafür dies erst so spät zu tun: Es gibt nichts besonders nennenswertes oder unterhaltsames zu erzählen. Tag 3 war so wie 1 und 2 auch; wen der Lehrplan interessiert, findet ihn hier:

isaqb.org > isaqb-Lehrplan-foundation.pdf

 

Offiziell stand also Teil 3 unter dem Titel von "Entwicklung von Software Architekturen". Wieder ein wenig Praxis-Übungen mit "Stattauto" Car-Sharing, das uns schon die ganze Schulung begleitet. Wieder heitere Geschichten zwischendurch. Manchmal aber leider dann doch das Gefühl, der Dozent findet selbst kein Maß bzw. stoppt zu wenig die Teilnehmer wenn es vom Thema abschweift.. naja.. gibt Schlimmeres, er sieht alles entspannt und den Stoff zeitlich ohne Probleme durchzubekommen - dazu gleich mehr.

 

Teil 4 startet mit einem neuen Set an Folien und Material das bisher nicht ausgeteilt wurde - ich erinnere, es ist der letzte Tag der Schulung der mit der Prüfung abgeschlossen wird. In bleibender Erinnerung von diesem Tag, bleiben mir die anregenden Diskussionen über verschiedene Design Pattern und der Satz "Im Lösungsraum sehen Sie alle gleich aus, man muss den Problemraum betrachten". Bis zum frühen Nachmittag wurden dann noch die übrigen Kapitel durchgeklickt, ein paar Phrasen in den Raum geschmissen.

Gut, man kann sagen er hat seinen Stoff durchbekommen. Ob man es jedoch für Sinnvoll erachten mag, auf den letzten Meter noch gefühlt 100 Folien durchzuklicken sei einmal dahingestellt. Die meisten Teilnehmer empfanden es negativ keine Diskussionen um den Stoff der letzten Tage führen zu können stattdessen aber neue Folien zu sehen.

achja, und wie gegen Ende auch gesagt wurde: Ziel der iSAQB sei eine Zertifizierung für Software-Architekten anzubieten, die das schon seit Jahren machen und ihr Wissen bescheinigt haben möchten.
na, dann bin ich ja GENAU RICHTIG hier *rolleyes*

Interessant fand' ich die Einstellung / Proklamation, der Architekt sei "die wichtigste Person" und müsste stets zwischen Entwicklern, Projektleitern und Stakeholdern agieren, auch auf Probleme hinweisen und "die Einhaltung der Architektur in der Entwicklung überprüfen".... ich frage mich ernsthaft: wo hat man das. Ich habe das leider in kleinen wie großen Firmen noch nie erlebt. Das wäre ja mal mein Traum. Leider - und das bestätigen mir auch andere Teilnehmer - sitzt der Architekt in seinem kleinen Elfenbeinturm. Seine Gottgleichen Vorgaben sind gesetzt, der Entwickler komme bitte zum Propheten wenn er "Hilfe" braucht, schade. Aber gut - soviel zu Theorie und Praxis und ja, das war nun überspitzt. Oder haben die Ihren Job so gut gemacht dass ich es nicht gemerkt habe?
(smile)

 

Um ~15 Uhr kam der Prüfer, ein Externer, also weder vom Schulungsunternehmen noch von iSAQB. Die Prüfung dauert 75min, hat ~40 Fragen und ist wie schon mehrfach erklärt wurde Multiple Choice. Falsche Antworten geben Minuspunkte, nicht beantwortet keine Punkte. Hat eine Aufgabe weniger Punkte als geforderte Antworten, werden Teilpunkte positiv wie negativ vergeben. Die meisten werden dies aus Uni- / FH-Klausuren kennen.

NUNJA ... was soll ich sagen ohne mich zu negativ auszudrücken aber nichts zu beschönigen: Die Prüfung ist Humbug. Hat mit den Inhalten der Schulung zu tun, aber halten m.E. fachlich in keinster Weise fest, dass man das erlernte auch Anwenden kann / verinnerlicht hat. Auch hatten wir alle das Gefühl, dass viele Fragen den Stoff betrafen, der am Vormittag noch durchgejagt wurde . Kurzzeitgedächtnis lässt grüßen. Andere Fragen sind so albern gestellt, dass man sich zuweilen ernsthaft fragt welchen Sinn uns Zweck man mit solch Ausschluss-500€ Fragen bewirken möchte.

 

Ich konstatiere: Schulung ja, erweitert bestimmt den Horizont, frischt altes Wissen auf. Ich war jedoch froh nicht weit reisen zu müssen (fand bei uns im Nachbargebäude statt), sonst hätte ich mich vermutlich der verschwendeten Zeit wegen geärgert.
Die Prüfung alleine stellt meines Erachtens nach aber in keinster Weise ein geeignetes Mittel dar, Architekturverständnis und Co zu zertifizieren.

War / ist mir nun auch nicht so wichtig da ich von geduldigem Papier genügend in der Schublade habe,
für mich als Entwickler war es indes schön mich einmal mit diesem Personenkreis mehr austauschen zu können, neue Leute aus der Firma kennenzulernen denn im begrenzten Maß der täglichen Arbeit.

Ich werde nun aber deshalb nicht Architekt - schon gar nicht möchte ich das. Für mich habe ich lediglich ein neues Bild der "Software-Architekten" und ein klareres Bild ihrer Aufgaben, Funktion und Verantwortung gewonnen. Dies wird mir mit Sicherheit helfen, dies auch an entsprechender Stelle sinnvoll einzufordern.

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