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Es wird ja alles digital, mancherorts wabert das "Digital 4.0", andererorts die "Appification" oder "mobile first" nachdem die Desktops und das reale Leben "stirbt" da alle "digital natives" nur noch auf ihr "Smartphone" schauen. Zeit mal etwas Senf zu Parksystemen in Innenstädten los zu werden:

Die Stadt Mainz (für die, die Sie nicht kennen: mit etwa 200.000 Einwohnern) hat schon vor einigen Jahren begonnen Ihren verzweifelten Parkplatzsuchenden ein "innovatives und total einfaches" HAndy-Bezahlsystem für die wenig geliebten weil Sackteuren öffentlichen Parkplätze in der Innenstadt anzubieten. Wer nun spontan denkt: cool. Stopp! Das "Handyparken" hat ein paar unbequeme Hürden und definitiv Nachteile:

  1. man muss sich zunächst registrieren, hierzu wird man auf www.mobil-parken.de der TelematicsPRO verwiesen. Wie sich schnell herausstellt, geht auch das nicht spontan, denn man muss sich erst mal einen "Anbieter" raussuchen der quasi im "Verbund" ist und an den man sich bindet.
    Einzig ein Anbieter ermöglicht die Registrierung und bezahlen via Handy.
  2. Kostet es zusätzlich zu den regulären Parkgebühren, je nach Anbieter und Abrechnung nochmal Geld. Genaueres unter http://www.mobil-parken.de/das-kostets.html
    Im günstigsten Fall 12¢ / Parkvorgang.
    Die exakten Kosten erfährt man aber wohl erst nach einer Registrierung, keiner der "Partner" hat - oder ich habe es nicht gefunden - Informationen zum Tarifsystem in der Stadt Mainz online.
  3. Es ist weitestgehend unklar ob man mal eben schnell "nachlösen" kann.
  4. Oft müssen auch erst "Plaketten" bestellt und in's Auto geklebt werden, sonst gilt auch das gültige Handy-Ticket nicht!

 

In Alzey (30km südlich von Mainz, Mittelzentrum mit 20.000 Einwohner) geht man einen anderen Weg. Hier hängt direkt ein QR Code am Parkplatz1 - Verweis auf travipay.com.

Spricht mich sofort an, Registrierung sofort am Handy, keine Zusatzkosten, keine Plakette im Auto2 , jederzeit unterwegs verlängern.
Man bekommt eine Übersichtskarte, einfache Bedienung und einfache Abrechnung via Handyrechnung.

*na geht doch* (wink)

 

bleibt aber der fade Beigeschmack: Es ist wie immer: Für jede Stadt braucht man 'ne andre App (sad)

 

;tl;dr

Es geht, wenn die Stadt es will auch Kundenfreundlich. Die Mehrzahl der Städte wälzen aber die Kosten auf die Kunden ab. Ob sich das als Klug erweist und ob ein System so jemals Akzeptanz findet bezweifele ich mal stark.

Was machen auch jene die kein eigenes Fahrzeug haben und gerne mit Car-Sharing fahren?

Ich werde mir wohl einfach (wieder) ein paar Groschen in die Konsole legen oder ins meist ohnehin günstigere Parkhaus fahren, da muss ich auch nicht nachlösen.

Happy parking im digital 4.0 Jahr 2015.

 

Footnotes
Ref Notes
1

Wenn nicht eine Intelligenzbestie die Schraube durch den QR-Code bohrt (tongue)

2 Wie man den FAQs entnehmen kann, gilt dies aber auch nicht immer, in Köln gibt es das System wohl auch und die Parkplatzwächter wollen auch hier eine Plakette in der Frontscheibe sehen.

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